Am letzten Freitag fand ein Übungsdienst statt. Das Thema der Übung war eine sogenannte MAYDAY-Lage.

Das Szenario stellte Arbeiten in einem Kanaleinlauf dar. Während der Arbeiten beschädigten zwei Arbeiter eine Leitung im Kanal, wodurch es zu einer starken Rauchentwicklung kam. Einer der Arbeiter konnte sich selbstständig retten. Zu seinem Kollegen bestand jedoch kein Kontakt mehr.
Als wir mit unserem Löschgruppenfahrzeug und dem Rüstwagen an der Einsatzstelle eintrafen, bestätigte sich die Meldung, dass eine Person vermisst wurde und Rauch aus dem Kanaleinlauf drang. Sofort ging ein Trupp unter Atemschutz mit einer C-Leitung zur Menschenrettung vor.
Im weiteren Verlauf ließ die Rauchentwicklung nach und war anschließend nicht mehr vorhanden. Der vorgehende Trupp konnte jedoch keine vermisste Person auffinden. Auf dem Rückweg verlor der Truppführer plötzlich das Bewusstsein. Daraufhin wurde eine sogenannte MAYDAY-Lage ausgelöst.
Ein weiterer Trupp, der sich als Sicherheitstrupp in Bereitschaft befand, ging sofort zur Rettung des bewusstlosen Truppführers vor. Zusätzlich wurde ein weiterer Trupp mit einer Schleifkorbtrage zur Unterstützung eingesetzt, da sich die Rettung als sehr schwierig herausstellte. Der bewusstlose Feuerwehrkamerad befand sich etwa 20 Meter tief im Kanal. Zudem war der Untergrund sehr steinig und die Deckenhöhe betrug nur etwa 1,50 Meter, wodurch die Rettung erheblich erschwert wurde.
Nachdem der bewusstlose Truppführer aus dem Kanaleinlauf gerettet worden war, musste die Schleifkorbtrage noch einen steilen Hang hinaufgezogen werden, bevor sie anschließend an den Rettungsdienst übergeben werden konnte.
Der zu Beginn vermisste Arbeiter konnte sich letztendlich über einen anderen Ausgang selbstständig retten und blieb unverletzt.
Solche Übungen dienen dazu, dass im Ernstfall alle Handgriffe sicher sitzen. Gleichzeitig zeigt eine solche Lage auch, wie schwierig und kräftezehrend die Rettung eines Feuerwehrkameraden unter Atemschutz sein kann.